Du bist vom selben Stern...

November 1999, Party einer Schulfreundin:

 

Ja, wir kannten uns - nicht mehr und nicht weniger. Beeindruckt von ihrer direkten Art erwiderte ich das anfängliche Geplänkel; daraus wurde schnell ein echter Flirt. Und Tanja nutzte ihre Chance, schnappte dem Geburtstagskind den potenziellen Freund weg. Gelegenheit macht Liebe!

Wir – Tanja und Kai – wurden zum Tagesthema,

sorgten einige Wochen für Gesprächsstoff in der Schule, unter Freunden, selbst bei den Eltern.
Unsere Teenagerliebe bewährte sich, denn wir hielten stand und wuchsen zusammen. Ohne große Umwege entwickelte sich aus Sympathie tiefe Zuneigung. Wir waren und sind auf einer Wellenlänge, gehören seit 1999 fest zueinander.


Was dann folgte, liest sich wie ein ganz normaler Lebenslauf: Schulabschluss, Ausbildung, Berufseinstieg, Fortbildungen. Tanja ging ihren Weg, ich den meinen auch. Zeit hatten wir genug, denn Erwachsenwerden findet bekanntlich nur einmal statt. Wahrscheinlich reifte gerade deshalb der Wunsch nach Verbindlichkeit.
Verliebt, verlobt, verheiratet! Schritt für Schritt tasteten wir uns vor. Im Dezember 2004 tauschten wir die ersten Ringe - danach erlebte unsere Beziehung auf Probe gute und schlechte Zeiten. Der tragische Tod von Tanjas Vater und der meiner Großmutter stellten uns vor Belastungen, die uns stärkten und noch enger miteinander verbanden. Ein Leben ohne Trauschein kam nun nicht mehr infrage.


Allerdings, wenn man sich schon mehrere Jahre kennt, ist es so eine Sache mit dem Heiratsantrag. Romantisch sollte er sein – mir fehlten also nur noch der Mut und das gebührende Ambiente. Das bot ein Kurzurlaub im Sauerland. Ich bat Tanja, Sauna- und Whirlpoolmarken an der Rezeption zu besorgen, derweil packte ich die Gelegenheit beim Schopfe. Kaum war sie aus dem Zimmer, arrangierte ich Rosen auf Kissen und Decken, zündete Kerzen an und passte sie an der Tür ab. Als sie eintrat, hielt ich ihr die Augen zu, trug sie überrascht zum Bett. Dort stellte ich Tanja die Frage unseres Lebens.


Zehn Jahre nach unserem ersten Kuss, am 19.11.2009, trauten wir uns standesamtlich. Für das Datum der kirchlichen Hochzeit stand ein Zahlendreher Pate; aus dem 04.12.2004 (Verlobung) wurde der 24.04.2010. Ein brillanter Frühlingstag; Sonnenschein, fast sommerliche Temperaturen und der ganz besondere Clou– die Oldtimerfahrt der Braut zum Billerbecker Dom- ließen uns strahlen. Übervoll von Stolz und Freude sah ich, dass meine Frau den Schmuck meiner Großmutter trug. Noch mehr unter die Haut ging, als im Traugottesdienst Patenkind und beide Cousinen vom Hochaltar sangen. Welche Gesten, welche Lebenskreisläufe in der Familie. Gerade deshalb erbaten wir für unsere Zukunft Gottes Segen.

 

Hochzeitsreportage stammt von Story-wedding